Gymnaestada in Dornbirn

Eine spannende, erlebnisreiche Woche in Dornbirn liegt hinter uns. Gerne blicken wir zurück und berichten euch, was wir alles Spannendes erleben durften.

 

Vor rund zweieinhalb Jahren begannen die Vorbereitungen. Es entwickelten sich im Laufe dieser Zeit einerseits ein abwechslungsreiches Programm der Gruppe Bühne ‚The new Story of Alice in Wonderland’, aber auch das turnerisch hochstehende Programm der Gruppe Zero Gravity, das am Schweizer Abend den krönenden Abschluss der Darbietungen bildete. Auch die Grossgruppe zeigte ihre Vorführung im Rahmen der Gymnaestrada.

 

Von unserem Verein waren, verteilt auf diese drei Gruppen, insgesamt 21 Turnerinnen und Turner vertreten, dies über alle Generationen, mit oder ohne Erfahrungen an einer Gymnaestrada mitzuwirken, aber auch aus unterschiedlichen turnerischen Sparten, seien dies die Männer (die Bäume im Wonderland), Geräteturner und -turnerinnen (die Soldaten im Wonderland an den Schulstufenbarren und am Boden, zwei Turner der Zero Gravity Gruppe), sowie Gymnastikerinnen, die ihr Talent im Aerobic zeigten, sowie zwei unserer Frauen aus dem Fitness, die an der Grossgruppenvorführung mitwirkten.

 

Am Samstag 6. Juli erreichten wir also gespannt und teils etwas aufgeregt Dornbirn, resp. Lustenau, und bezogen unsere Unterkünfte. Untergebracht waren wir in regulären Schulzimmern, die für jene Woche in Schlafräume umfunktioniert worden waren – bei den Männern auch in eine Art Bar, die auch von den anderen Teilnehmenden gerne genutzt wurde. Etwas weiter entfernt vom Festgelände untergebracht waren die Teilnehmenden der Grossgruppe.

 

Die Österreicher sind einfach gastfreundlich! Dies durften wir bei unterschiedlichen Gelegenheiten feststellen, seien dies die Helfenden bei den Unterkünften, wenn wieder mal die Luft aus einer Matratze gewichen war, oder ein Extrahalt der Buschauffeure, nur damit wir uns nicht verirrten, oder der Hauswart, der die Überreste auf den Turnhallenböden verschwinden liess, nachdem die Schweizerabend-Leute ihre bewilligten Privatpartys gefeiert hatten, oder die Augen, die zugedrückt wurden – duschen sei schliesslich ein Menschenrecht –, damit wir die Duschen auch ausserhalb der vorgesehenen Zeiten benutzen konnten.

 

Aber schliesslich wurde ja vor allem auch geturnt. Geplant war die Eröffnungsfeier des Gesamtanlasses für Sonntag. Diese musste allerdings auf Mittwoch verschoben werden wegen einer Sturmwarnung, es hat dann auch tatsächlich nicht unheftig gestürmt. Wirklich los ging es dann am Montagabend mit dem Schweizerabend.

 

Dieser Tag war anstrengend. Es ging um 8 Uhr morgens los und bis das Ringgerüst schliesslich wieder weggeräumt war, war es kurz vor Mitternacht. Dies hielt die Gruppe aber nicht davon ab, den gelungenen Auftritt anschliessend noch gebührend zu feiern. Das Programm hatte wirklich Gänsehautcharakter, wie der gesamte Schweizerabend grundsätzlich.

Unsere beiden Turner fühlten sich wohl in jener Gruppe und genossen die Atmosphäre des Abends als Turner in vollen Zügen. Die intensive, teils streng geführte, Vorbereitung hat sich also wirklich ausbezahlt.

 

Am Dienstag war die Gruppe Alice dann zum ersten Mal dran. Ein kleinerer Schock erwartete uns aber vor der Aufführung, der sich im Nachhinein allerdings als ideale, bessere Variante entpuppte. Die Barren mussten von und wieder auf Transportwägelchen gehievt werden, was allerdings mit Hilfe unserer Bäume souverän gelöst werden konnte. Schliesslich gehörten der Gruppe, neben unseren, viele starke Männer an. Auch dass nicht die bestellte Anzahl Matten vor Ort war, konnten wir irgendwie lösen und schlussendlich war die Nervosität – vor allem bei den Verantwortlichen für das Programm – nach dieser ersten Aufregung verflogen und bis zum letzten Auftritt am Freitag waren wir alle beinahe routinierte Profis. Es standen also keine Barren mehr im Weg für die nachfolgend Tanzenden, kein Barren landete mehr auf einem Fuss und so weiter. Dass der letzte Auftritt vom Freitag wirklich auch gelungen war, zeigten nicht nur unsere Empfindungen – hinter den wunderschönen Kulissen, die das Wonderland zeigten, wurde zu jedem der einzelnen Songs mitgetanzt –, sondern auch der überwältigende Applaus des Publikums.

 

Immer wieder lustig wurde es auch im Österreicher Haus. Das erste Mal nach dem SOTV-Apéro. Dort trafen alle Teilnehmenden aus dem Kanton zusammen, wir trafen also auch endlich unsere Frauen, die an der Grossgruppenvorführung teilgenommen haben. Besonders erfreut zeigte sich Fränzi ohnehin darüber, wie viele von unserem Verein an der diesjährigen Gymnaestrada vertreten waren. An dieser Stelle ein Riesendankeschön an Dich, liebes Fränzi, für die Hauptleitung aller Gruppen des SOTV!

Weiter ging also dann mit schwitzen, tanzen und trinken im berüchtigten Österreicher Haus. Im Grossen und Ganzen immer wieder eine richtige Sause.

 

Wirklich auch lobenswert war das Essen. Dem Organisator ist es gelungen, eine Riesenmenge an hungrigen Mäulern zufriedenstellend zu stopfen.

Auch die einzelnen Vorführungen, insbesondere die FIG-Gala – das absolute Highlight der Woche – waren wirklich sehenswert und inspirierend. Verschiedene Kulturen trafen aufeinander, Kontakte konnten auch ohne gemeinsame sprachliche Grundlage geknüpft, Kleider und Rucksäcke getauscht werden. Jenste Nationen waren vertreten, von Tonga mit zwei Teilnehmenden bis zu unserer Schweizer Delegation, die mit über 3000 Turnenden die grösste war.

 

Nicht zu vergessen ist, dass wir alle vom Verein je 100.- erhalten haben, um dieses Erlebnis noch vertiefter geniessen zu können. Vielen Dank!

 

Uns allen wird diese Woche noch lange in bester Erinnerung bleiben, auch wenn der Abschied einigen schwierig fiel und sogar ein paar Tränen flossen. See u in Amsterdam 2023.

 

Beitrag von Nadine Borlido, Vera Beer, Raphael Büttiker, Laura Tschanz, Stephanie Scherrer und Chantal Oberson